Geschichte der Zeppelin-Stereo-Aufnahmen
 

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Luftfahrtgeschichte am Bodensee – eine stereoskopische Retrospektive

Vor über 100 Jahren, am Abend des 2. Juli 1900 startete das erste Luftschiff des Grafen Ferdinand von Zeppelin von der schwimmenden Halle bei Friedrichshafen zu seiner Jungfernfahrt. Zu diesem Jubiläum gab es zahlreiche Publikationen und Festveranstaltungen, in meinem Bericht möchte ich versuchen aufzuzeigen, was an stereoskopischen Schätzen in diesen 100 Jahren Luftfahrtgeschichte am Bodensee geblieben ist.
Die erste Adresse, wo ich mich hinwandte, um nach historischen Stereoaufnahmen zu suchen, war natürlich das Zeppelin Museum in Friedrichshafen. Dort wurde ich auch prompt fündig. So stammen auch die abgedruckten Aufnahmen zum großen Teil aus dem Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH.

Die frühesten Stereo-Aufnahmen sind Stereokarten im Format 9 x 18 cm von der LZ 3 für holm'sche Betrachter. Dann ist eine sehr interessante Serie mit mehreren Diaaufnahmen auf Glasplatten von der "Echterdingen-Fahrt" vorhanden.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden zu Werbe- und Einnahmezwecken von den einzelnen Luftschiffen Stereoserien im Format 6 x 13 cm mit eigenen Betrachtern hergestellt. Auf diesen war entweder die Relief-Aufschrift "Zeppelin" oder die Baunummer des in der Serie gezeigten Luftschiffs. In der Zeitschrift "Der Stereoskopiker" Nr. 12 vom 15. Dez. 1933 wird berichtet, daß diese Serien auf dem Stand der DGS bei der Ausstellung "Die Kamera" im November 1933 am Kaiserdamm in Berlin gezeigt wurden und großes Interesse von Werbefachleuten bekamen.

Solche Serien vertrieb auch die Fa. Graph. Kunst- und Verlagsanstalt A. Weber & Co, Stuttgart (kurz: Awuco). Diese stimmen jedoch mit denen der Luftschiffbau GmbH teilweise überein. Es gab auch eine Serie vom Flugschiff DO-X und verschiedene Städteserien vom Bodensee. Hier konnte ich keine Nachfolgefirma mit historischen Archivbeständen ausfindig machen.

Ende der 20er Jahre wurde Herr Rolf Carl aus Wiesbaden Bordfotograph der LZ 127 "Graf Zeppelin". Neben einer Ica Ideal 6,5 x 9 cm Plattenkamera und einer Leica I besaß er eine Stereokamera mit der er eine größere Anzahl von Stereoaufnahmen anfertigte. Ein Teil der Aufnahmen aus der LZ 127-Serie stammen nachweislich von ihm. Auch hat er das Luftschiff auf einer Reise nach Südamerika begleitet und davon Stereoaufnahmen mitgebracht, die teilweise in der Pernambuco-Serie veröffentlicht wurden.

Im Kaiser-Panorama gab es ebenfalls Serien über den Grafen Zeppelin und die Flüge seines Luftschiffs (z.B. Berlinflug 1909) zu bestaunen. Sie befinden sich im Archiv von Herrn Erhard Senf, Berlin, der wohl die größte Sammlung von Kaiserpanorama-Aufnahmen besitzt.

Auch im Archiv des Schönstein-Verlags, das heute dem "Deutschen Historischen Museum" in Berlin angeschlossen ist, befinden sich noch Aufnahmen von Zeppelin Luftschiffen. Das Problem ist allerdings, daß keine komplette Übersicht aller Aufnahmen vorhanden ist, sondern diese in mühevoller Handarbeit herausgesucht werden müssen.

Nachdem Anfang unseres Jahrhunderts die Stereofotografie auch einige Freunde hatte, gibt es auch Privataufnahmen, die aber sehr selten und oft von mäßiger Qualität sind.

Insgesamt sind mir inzwischen ca. 150 Stereo-Aufnahmen von Zeppelin-Luftschiffen und verschiedene Aufnahmen von Dornier-Flugzeugen bekannt. Als Sammler bin ich über Rückmeldungen oder Duplikaten von Aufnahmen immer dankbar.

Die 12 Bilder aus der DO-X Serie sind im "Flieger Museum" in Altenrhein/CH in der Eingangshalle zu sehen. Im Zeppelin Museum in Friedrichshafen wurde in der Wechselausstellung "Zirkel, Zangen und Cellon" im vergangenen Jahr eine Serie von 25 Aufnahmen in einer 3-D Show gezeigt. Im Ausstellungskatalog, der aber leider vergriffen ist, befinden sich 14 reproduzierte Stereoaufnahmen der LZ 129. Im Museums-Shop gibt es Stereo-Betrachter mit Aufnahmen der LZ 126. Die Qualität von diesen ist jedoch leider nicht besonders gut. Es gibt auch Pläne, Anaglyphenbilder in die bestehenden Museums-Computer einzubauen, und so den Besuchern einen dreidimensionalen Eindruck der Zeppeline zu ermöglichen. Es bleibt zu hoffen, daß dieses Vorhaben auch verwirklicht wird. Denn es wäre auf jeden Fall schön, wenn die Stereoaufnahmen der Zeppelin-Luftschiffe auch einer breiteren Masse der Bevölkerung zugänglich gemacht werden.